Vom Pendeln

Von meiner Wohnung in Ismajlowo bis zur Arbeit in der Stadt brauche ich etwa eine Stunde und zehn Minuten. Damit liege ich ungefähr im Moskauer Durchschnitt. Ich habe das Glück, dass ich nicht all zu früh dort sein muss, weshalb ich erst nach dem großen Andrang unterwegs bin. Die folgende Fotostrecke habe ich gemacht, als ich gegen 9:30 Uhr von zuhause los bin.

Bis zur Metrostation Perwomajskaja brauche ich etwa 15 Minuten zu Fuß. Wenn ich es eilig habe, kann ich auch eine der zahlreichen Buslinien nehmen, die auf der 9-ja Parkowaja verkehren. Es geht vorbei an Wohnhäusern, kleinen Geschäften und der alten Feuerwehrwache. Die Ampeln sind in ganz Moskau für Fußgänger und Autofahrer mit Sekundenanzeigen ausgestattet, was die alltägliche Hektik verstärkt, aber auch ungemein praktisch ist. Sind die Sekunden für Fußgänger bei Null angelangt, erhalten die Autofahrer sofort grün. Man ist also gut beraten, die Angaben ernst zu nehmen.

Was für Deutsche auch eher gewöhnungsbedürftig ist: An Kreuzungen haben die Fußgänger oft in alle Richtungen gleichzeitig grünes Licht, man kann also auch diagonal queren. Hat man als Autofahrer grün, muss man beim rechts Abbiegen auch nicht auf Fußgänger aufpassen, die haben in diesem Fall immer rot.

Die Metrostation Perwomajskaja, benannt nach der gleichnamigen Straße (Straße des 1. Mai), ist die vorletzte an der Arbatsko-Pokrowskaja-Linie, umgangssprachlich einfach die dunkelblaue Linie genannt. Die Nummern wurden erst zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 eingeführt und werden von Einheimischen in der Regel nicht benutzt. In der Rush Hour fahren die Züge im 90-Sekunden-Takt. Trotz dass es erst die zweite Haltestelle der Linie ist, sind die Züge meist schon völlig überfüllt. Das liegt dran, dass sich an er Endhaltestelle Schjolkowskaja ein großer Busbahnhof befindet, der für großes Fahrgastaufkommen aus den Außenbezirken sorgt.

Nach etwa 25 Minuten Fahrt bin ich an der Station Arbatskaja. Von dort führt ein Verbindungstunnel zur Station Biblioteka imeni Lenina an der Sokolnitscheskaja-Linie, die im Netzplan rot eingezeichnet ist. Hier muss ich noch drei Stationen weit bis zur Frunzenskaja fahren, was noch einmal etwa zehn Minuten dauert.

Am insgesamt recht beeindruckenden Stationsgebäude, das allerdings am Abend besser im Licht steht, faszinieren vor allem die typisch sozialistischen Mosaike unter dem Vordach.

Weiter geht es noch etwa zehn Minuten zu Fuß, vorbei am Perekrestok-Supermarkt, bei dem wir immer unser Mittagessen besorgen, an einem Theater, einer Militärbehörde und am imposanten Gebäude des russischen Staatsarchivs.

Nach etwas über einer Stunde bin ich am Ziel.

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